ISLAND ENTDECKEN

DER WOW-FAKTOR

Entdecken Sie mehr als nur die atemberaubende Landschaft – lernen Sie die Eigenarten dieses außergewöhnlichen Landes und die überaus optimistische Einstellung seiner Bewohner kennen.

TEXT VON JOCELYN PRIDE

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Island mag zwar klein sein, aber was die Natur betrifft, gibt es gar nicht genügend Superlative, um dieses Land zu beschreiben – es übersteigt einfach die Vorstellungskraft. Von den 130 Vulkanen bis hin zu den über 10.000 Wasserfällen steckt hier jedes kleine Fleckchen der Landschaft voller Wunder. Und dann sind da noch die 350.000 Isländer, die gemeinsam eine der glücklichsten Nationen auf unserem Planeten ausmachen. Was ist ihr Geheimnis?

Liegt es daran, dass man sich in heißen Quellen so wunderbar entspannen kann und daraus ein ganzer Lifestyle wird? Ist es die niedrige Kriminalitätsrate? Oder ist es die Tatsache, dass 99 Prozent des Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird? Vielleicht liegt es daran, dass Island vom Weltwirtschaftsforum als bestes Land für Gleichberechtigung ausgezeichnet wurde? Oder daran, dass es keine Mücken gibt? Vielleicht ist es ja auch einfach, weil viele Isländer an Elfen glauben.

Das Saga Museum, Reykjavik. Foto: Saga Museum

Sagen, Trolle und das verborgene Volk

Die isländische Folklore ist eine bunte Mischung aus Erzählungen und Legenden. Sie hat zahllose Schriftsteller, Musiker, Künstler und Träumer inspiriert. Die Sagen, die zum Teil bereits im 12. Jahrhundert verfasst wurden und bei denen es sich um schaurige, skurrile Geschichten vom alltäglichen Leben handelt, bilden die kulturelle Grundlage Islands. Das Saga Museum in Reykjavik bietet einen wunderbaren Überblick, aber um die echte Atmosphäre des Schauplatzes vieler dieser Sagen zu erleben, sollten Sie unbedingt die Halbinsel Snæfellsnes und das hübsche Dörfchen Stykkishólmur besuchen.

Isländische Kinder wachsen mit Geschichten über übellaunige Trolle auf, denen es nach Menschenfleisch gelüstet. Glücklicherweise sind die Trolle nur nachts unterwegs, denn bei Tageslicht werden sie zu Stein – sehr praktisch, um Kinder dazu zu bewegen, ins Bett zu gehen. Und dann ist da natürlich noch die Sache mit den Elfen. Sie sind üblicherweise als Huldufólk (das verborgene Volk) bekannt, sehen aus wie Menschen, leben zwischen Steinen und Felsen und bevorzugen es, unsichtbar zu bleiben. Vor allem mögen sie es nicht, gestört zu werden. Im Verlauf der Jahre gab es bei Straßenbauarbeiten immer wieder interessante Geschichten über fehlgeschlagene Projekte, bizarre Unfälle und Pläne, die geändert werden mussten – all das führt man darauf zurück, die Elfen verärgert zu haben. Ob Isländer nun tatsächlich an Elfen glauben oder nicht: ihre Existenz zu verleugnen kann ein Leben lang Pech bedeuten.

Isländische Trolle in Akureyri, der viertgrößten Stadt Islands. Foto: Camille Seaman

Für Besucher des Landes ist es normalerweise kein größeres Problem, sagt Steffen Biersack, Mitglied des Expeditionsteams von Hurtigruten Expeditions. „Unsere Gäste finden die ganze Sache eher amüsant“, erzählt er. „Besonders, wenn sie erfahren, dass einige Sitzplätze im isländischen Parlament für Elfen reserviert sind. Bakkagerdi in Ostisland ist die Elfen-Hauptstadt. Das Fischerdorf mit 130 Einwohnern (Menschen) liegt am Fuße des Álfaborg. Dieser große Felsen, der an eine Festung erinnert, ist die Residenz der isländischen Elfenkönigin.

Der Goðafoss ist einer der spektakulärsten Wasserfälle Islands. Das Wasser des Flusses Skjálfandafljót stürzt aus einer Höhe von 12 Metern in die Tiefe und der Wasserfall ist 30 Meter breit. Foto: Hurtigruten


Museumswahn

Die Kreativität der Isländer zeigt sich in der Vielzahl an eigentümlichen Museen, die sich überall im Land befinden. Ganz oben auf der Liste der Merkwürdigkeiten steht das Isländische Phallusmuseum im Zentrum von Reykjavik. Ganz genau, hier geht es um Penisse. Etwa 282 Penisse von mehr als 90 verschiedenen Tierarten sind im Museum ausgestellt. In Flateyri, einem zauberhaften Dörfchen „am Ende der Welt“ in den Westfjorden, befindet sich das Nonsense Museum. Sammlungen von Polizeimützen über Zuckerwürfel bis hin zu Modellschiffen und Stiften sorgen für eine bunte Mischung, die allen Vintage-Freunden gefallen dürfte. Ebenfalls in der Westfjorden erwartet Sie das isländische Seeungeheuer-Museum, das gruselig genug ist, um selbst Skeptiker noch einmal näher darüber nachdenken zu lassen, was wohl so unter der Oberfläche der isländischen Gewässer lauern mag. Das Museum befindet sich in Bildudalur an den Ufern des Fjords Arnarfjörður und liegt damit im Epizentrum der Seeungeheueraktivität. Ausgestellt ist eine Mischung von Augenzeugenberichten, wissenschaftlichen Theorien und interaktiven Multimedia-Präsentationen. Und dann wäre da noch die Wasserbibliothek – eine Installation der amerikanischen Künstlerin Roni Horn. Das Werk besteht aus 24 Glassäulen mit Schmelzwasser von Islands größten Gletschern. Die Ausstellung ist im Gebäude einer ehemaligen Bibliothek in der Küstenstadt Stykkishólmur untergebracht. In den Fußboden sind isländische und englische Begriffe eingraviert, die sich auf das Wetter beziehen. Schon jetzt hat sich die Installation als bedeutsam bewiesen, denn sie enthält Wasser aus dem Ok-Gletscher, den es mittlerweile schon gar nicht mehr gibt. Als 1973 unerwartet der Vulkan Eldfell ausbrach, wusste noch niemand, dass dieses Ereignis eines Tages den Grundstein für Eldheimar (übersetzt „Feuerwelten) legen würde – ein ungewöhnliches Museum in Heimaey auf der einzig bewohnten der Vestmannaeyjar-Inseln. An diesem schicksalsträchtigen Tag konnten bis auf eine Person alle 5.300 Einwohner fliehen, aber 400 Häuser wurden von der Lava verschluckt. Die Insel wird heute liebevoll als das Pompeji des Nordens bezeichnet. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden Gebäude und Gegenstände exakt so aufgefunden, wie sie damals hinterlassen wurden – die Betten gemacht, die Tische gedeckt, die Kleidung gefaltet, die Kamine mit Holz bestückt. Alles blieb unter der Asche konserviert. Eldheimar wurde um eines der intakt gebliebenen Häuschen herum errichtet und ist eine Erinnerung an die Macht der Natur.

Der atemberaubende Ausblick vom Vulkan Eldfell über das Städtchen Heimaey. Foto: Karsten Bidstrup

Vogelbeobachtung in Bakkagerði, Island. Foto: Menno Schaefer/Hurtigruten

Der Zauber der Papageitaucher

Papageitaucher leben zwar nicht dauerhaft in Island, aber im Sommer kommen etwa 60 Prozent der gesamten Weltpopulation – ungefähr neun Millionen Vögel – zum Brüten hierher. Vielleicht hat es damit zu tun, dass die Königin der Elfen dort lebt, aber Bakkagerdi ist einer der besten Orte, um diese ein wenig komisch wirkenden Vögel auf ganz unkomplizierte Weise zu beobachten. „Sie sind stämmig, niedlich und haben einen unverwechselbaren Flugstil“, erklärt Steffen.

„Aber was den Leuten an diesen Vögeln am besten gefällt, sind ihre Farben, die man eher bei Tropenvögeln erwarten würde und die den Papageitauchern ein exotisches Aussehen verleihen.“ Papageitaucher werden auch Puffins genannt. Und wenn Sie das für einen niedlichen Namen halten – es geht noch besser: Der offizielle Name für die Jungvögel lautet „Puffling“. Auf den Vestmannaeyjar-Inseln, wo sich die weltweit größte Papageitaucher-Kolonie befindet, tun die Einwohner von Heimaey alles, um diese Vögel zu schützen. Wenn die Jungen im Spätsommer flügge werden, ziehen die Lichter des Ortes sie häufig magisch an und sie verlieren in Folge dessen die Orientierung. Die Einheimischen fangen die jungen Vögel mit weich ausgepolsterten Kartons ein, passen über Nacht auf sie auf und lassen sie bei Morgengrauen am Meer frei. Schulkinder bekommen sogar schulfrei, um dabei mithelfen zu können. Typisch Island.

Hurtigruten Expeditions bietet eine Reihe von Expeditions-Seereisen nach Island und darüber hinaus an und ermöglicht seinen Gästen einen guten Einblick in dieses faszinierende Land.

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